Visitenkarten richtig erstellen

Visitenkarten sind typischerweise wohl eine der ersten Maßnahmen, wenn man sich selbständig gemacht und ein Unternehmen gegründet hat.

Die Beliebtheit liegt an der Einfachheit und Zweckmäßigkeit: Die Visitenkarte macht, was sie soll: Sie erinnert nach einem vorangegangenem Gespräch an das Zusammentreffen und liefert die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme. Sie ist effektiv und günstig zugleich und insgesamt wesentlicher Teil des Business-Alltags.

Doch eine Visitenkarte macht noch viel mehr: Sie sagt etwas über das Unternehmen aus, sie schafft Sympathien bzw. prägt das Bild, das man sich über das Unternehmen gemacht hat, mit.

 

Umso wichtiger ist es, dass man beim Erstellen von Visitenkarten ein paar wichtige Dinge berücksichtigt:

  1. Wichtigste Informationen sollten auf einen Blick erkennbar sein (Tätigkeit!)
  2. Lesbarkeit sollte nicht durch Unübersichtlichkeit beeinträchtigt sein (Fülle an Information abschätzen)
  3. Anführen der kompletten Adressdaten? Des kompletten akademischen Grades?
  4. Gestaltgesetze
  5. Haptik der Karte
  6. Format der Karte
  7. in Abstimmung mit restlicher CI (Corporate Identity) bzw. mit “Branchen-Bildsprache”

 

Wichtigste Informationen auf einen Blick

Eine Visitenkarte hat nur sehr begrenzten Platz zur Verfügung und weniger ist besonders bei Visitenkarten tatsächlich mehr. Gut erkennbar sollte sein mit welchem Unternehmen man es zu tun hat, um welche Person es sich handelt und welche Tätigkeit sie ausübt. Die Visitenkarte muss ihren Zweck erfüllen können und das ist in erster Linie die Gedankenstütze, um welches Unternehmen/welche Person es sich im vorangegangenen Gespräch gehandelt hat und in einem zweiten Schritt, wie man die Person erreichen kann.

 

Unübersichtlichkeit vermeiden

Manche Unternehmen bedrucken ihre Visitenkarten zweiseitig und nützen die gesamte Rückseite für die Präsenz des Logos, Slogans oder Unternehmens. Zweiseitige Visitenkarten sind durchaus gerechtfertigt, solange sie einen Mehrwert darstellen. Wenn das dazu beiträgt, dass die Lesbarkeit erleichtert wird, weil nicht mehr alles auf eine Seite gedrängt werden muss, was schnell zu Unübersichtlichkeit führt, ist das durchaus zu befürworten. Wenn man damit erreichen will, dass z.B. das Logo oder ein Slogan mehr Aufmerksamkeit erfährt und leichter in Erinnerung bleibt, ist das ebenso OK.

 

Was soll auf die Visitenkarte?

Die wichtigsten Daten wurden bereits erwähnt: Name des Unternehmens, Name der Person und Tätigkeit der Person und zumindest eine Form der Kontaktaufnahme. Wenn sich jemand als EPU (Ein-Personen-Unternehmen) mit einer Tätigkeit (z.B. Übersetzer) selbständig macht und keinen Unternehmensnamen hat – bzw. der Unternehmensname zugleich der Name der Person ist –  stehen der Name der Person und die Tätigkeit im Vordergrund, gefolgt von den primären Kontaktdaten.

Ist es bei einem Texter wichtig, die Adressdaten zu kennen? Wahrscheinlich reicht hier der Name, die Tätigkeit und eine einfache Möglichkeit, die Person zu erreichen – via Telefon oder E-Mail. Sobald aber ein Unternehmen genannt ist, trägt das sehr wohl zur Seriosität bei, wenn die kompletten Adressdaten angeführt sind. Das gilt es also von Fall zu Fall abzuschätzen: Übersichtlichkeit vs. Seriosität. Ähnliches gilt für den akademischen Grad. Ist es immer erforderlich, den auf Visitenkarten anzuführen?

Hier gilt: Wenn der akademische Grad Bestandteil des Namens ist, wie es beim Dr. der Fall ist, muss er angeführt werden. Bei all den anderen Graden ist das nicht zwingend der Fall. Trotzdem würde man sich auf’s Erste denken: Gerade auf Visitenkarten gehört das angeführt – klarer Fall! (Man will sich ja schließlich gut präsentieren und Kompetenz vermitteln). Ich persönlich sehe das etwas differenzierter: Natürlich, vor allem als Ein-Personen-Unternehmen ist man auf die “Marke-Ich”, das Selbstvermarkten angewiesen. Die Selbstinszenierung ist wesentlich für die Auftragslage verantwortlich. Es spricht auch nichts dagegen, einen akad. Grad anzuführen, solange – wieder – die Lesbarkeit nicht darunter leidet. Darum lautet meine [Achtung!] persönliche Meinung dazu: Einen akad. Grad anführen ist ok, den zweiten Grad weglassen, wenn er die Lesbarkeit beeinflusst. Deshalb habe ich bei meinen Visitenkarten auf das Anführen des Masters verzichtet. Eine guter Artikel zum Umgang mit akademischen Graden ist übrigens auf der Seite schreibwerkstatt.co.at zu finden!

 

Gestaltgesetze

In der Gestaltpsychologie kennt man mehrere Gesetze, die Einfluss auf die Wahrnehmung haben. Das “Gesetz der Nähe” beispielsweise lässt auf Zugehörigkeiten aufgrund der Nähe schließen. Sprich: Wenn etwas nah beieinander platziert ist, wird es wohl zusammengehören. Klingt logisch und wird vielfach sicherlich intuitiv auch so gemacht. Dennoch ist es nicht von Nachteil, sich die Gestaltgesetze bei Erstellung von Werbematerialien wie hier am Beispiel von Visitenkarten vor Augen zu halten. Neben

  • dem Gesetz der Nähe kennt man
  • das Gesetz der Ähnlichkeit
  • das Gesetz der guten Gestalt (Prägnanz)
  • das Gesetz der guten Fortsetzung
  • das Gesetz der Geschlossenheit
  • das Gesetz des gemeinsamen Schicksals
  • das Gesetz der gemeinsamen Region
  • das Gesetz der Gleichheit, sowie
  • das Gesetz der verbundenen Elemente.

 

Format und Haptik der Karte

Da Visitenkarten bei Geschäftsanbahnungen den ersten Eindruck mitbestimmen, wird gerne auch auf Sonderformen zurückgegriffen. Hier gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, die zu einer Aufwertung führen können. Beispiele dafür sind Prägedruck, Spotlack, Metalllic-Effekt, Klappformat oder extradickes Material. Auch hier wieder gilt es im Einzelfall abzuschätzen, ob man einen Spezialeffekt dezent einsetzen möchte oder ob man sich lieber für ein schlichtes, klares Erscheinungsbild ohne “Veredelungen” entscheidet. Übliche Grammatur bei Visitenkarten liegt im Bereich von 160-190gr/m²; etwas stärkeres Visitenkartenpapier hat 225gr/m². Die in der EU üblichen Größe für Visitenkarten liegt bei 85x55mm.

 

Einheitliches Erscheinungsbild berücksichtigen bzw. “Branchen-Bildsprache” nicht außer Acht lassen

Als Teil des “Werbemittel-Portfolios” sollte die Visitenkarte sich harmonisch in dieses eingliedern. Soll heißen: Website, Flyer, Terminkarten, Broschüren, Kataloge und eben Visitenkarten bzw. sonstiges weiteres Material sollten markante Teile als verbindendes Element haben, sodass eine Wiedererkennbarkeit gegeben ist. Auch sollte der Auftritt zum Branchenbild nicht allzu weit entfernt sein. Damit ist nicht gemeint, dass alle Materialien innerhalb einer Branche gleich aussehen sollten. Ein Differenzieren ist wichtig und richtig. Allerdings nicht um jeden Preis. So sind Schmetterlinge auf Visitenkarten eines Gärtners eher passend als auf der Visitenkarte eines Zahnarztes. Da auch Bilder eine Botschaft vermitteln, gilt hier wiederum der erste Punkt: Wichtigste Informationen auf den ersten Blick! Wenn eine abgebildete Darstellung nicht ursprünglich mit dem Tätigkeitsbereich in Verbindung gebracht werden kann, sollte sie vorsichtig ausgedrückt dementsprechend weniger Platz einnehmen.

 

Jetzt, da wichtige Punkte rund um die Erstellung von Visitenkarten gezeigt wurden, folgt eine Fotoreihe, die aufzeigt wie einfach man mittlerweile mittels Visitenkarten-Konfigurator seine eigenen Business-Cards erstellen kann:

Anmerkung: Es wurde hier das Beispiel von vistaprint für die Fotoshow gewählt; auch andere Anbieter stellen jedoch einen Konfigurator für die leichte und schnelle Erstellung zur Verfügung.

 

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